Geplante Obsoleszenz - der Fluch der Industriegesellschaft

Begriffsbestimmung

Geplante Obsoleszenz ist der Fachbegriff für eine im letzten Jahrhundert eingeführte künstliche Alterung von Konsumprodukten, die sich nicht an der technischen Entwicklung (auch Stand der Technik genannt) orientiert, sondern an den Wunschvorstellungen einer auf stetiges Wachstum und Profit versessenen Wirtschaftsordnung. Das bedeutet, dass bei Konsumprodukten das Ende der Lebensdauer bereits im vornherein eingeplant ist, mit dem Ziel dann Ersatz verkaufen zu können, regelmäßiger Profit also.

Dazu passt der durch die Werbung stimulierte Wahnsinn der vermeintlichen Modernitätspflicht: Ich muss, um "In" zu sein, erstens gewisse Produkte besitzen, und zweitens dürfen diese ein gewisses Alter nicht überschreiten. Ansonsten muss ich mir (zu Recht?) die Frage gefallen lassen, ob ich denn hinterm Mond lebe.

Oder haben Sie sich schon mal gefragt, warum es bei Kühlschränken zwei verschiedene Produktlinien gibt, eine für Privatkonsumenten und eine für gewerbliche Nutzer? Die technischen Anforderungen sind bei beiden Geräten die selben: sie sollen im 24/7 Einsatz unsere verderblichen Produkte kühlen und somit vor dem Verderb schützen.
Warum also zwei Produktlinien? - Ganz einfach: die Produktlinie für den privaten Einsatz wird zum Einen stetigen Designänderungen unterzogen um den Anforderungen der modischen "Wohnwelten" zu genügen (Unser Kühlschrank ist nicht mehr modern! - Wie sieht denn der aus? - Wie aus dem letzten Jahrhundert! - Wir brauchen einen neuen!), und zum Anderen wird der "private" Kühlschrank selten länger als 10 Jahre ohne technische Probleme funktionieren.
Dass dies aber nicht sein muss, zeigen uns die gewerblichen Kühlschränke, welche locker 20 Jahre und mehr, bei gleichen, oder sogar höhreren Anforderungen unbeanstandet ihren Dienst tun.


Thema: Leuchtmittel

Erst einmal eine ganz andere Frage: Benutzen Sie einen Computer? Natürlich benutzen Sie einen, denn Sie besuchen ja eine Website im Internet! haben Sie sich schon einmal überlegt, wie der Computer aus technischer Sicht ihre Daten dauerhaft speichert?
Wenn nicht, hier eine kurze, verständliche Erklärung: Ihre Daten werden im Computer binär kodiert, das heisst als Reihen von Nullen und Einsen. Diese "Nullen und Einsen" werden dann in einem Verfahren ähnlich einem Tonband als magnetische Information auf eine Scheibe, welche mit bis zu 7200 Umdrehungen pro Minute rotiert, geschrieben. Und dies mit einer Dichte, die jede normale Vorstellungskraft sprengt, denn auf eine einzige Scheibe passen heutzutage ganze Bibliotheken. Bei Festplatten nun, gibt es den so genannten MTBF-Wert. MTBF, das steht für Mean Time Between Failures, zu Deutsch sinngemäß: Arbeitszeit zwischen zwei Ausfällen. Dieser Wert liegt, als Mittelwert, bei Festplatten heute bei etwa 1,2 Millionen Stunden, das entspricht etwa 137 Jahren. Das bedeutet nicht, dass alle Festplatten so lange halten, aber die meisten sogar noch länger - theoretisch.

Und nun meine eigentliche Frage: Haben Sie sich schon mal überlegt, dass die Ingenieurskunst zwar in der Lage ist einem "Tonband" in Form einer mit 7200 Umdrehungen pro Minute rotierenden Platte eine theoretische Lebensdauer von 137 Jahren zu verschaffen, während eine simple Glühbirne, ohne jedes bewegliche Teil, viel primitiver, nur etwa 1000 Stunden hält, oder eine so genannte Energiesparlampe, welche ihren Namen nicht im Ansatz verdient, wenn man Glück hat etwas länger?

Das ganze hat mit geplanter Obsoleszenz zu tun, und damit mit dem Griff der Industrie in die Taschen des Verbrauchers.

Bald mehr zu diesem Thema. - Schauen Sie wieder vorbei!